Der Bahnsteig meines kleinen Bahnhofs sollte aus Spörle-Formen entstehen. Ich bin schon seit ich die Formen habe, am Abgüsse erstellen. Bei über 2 Meter Länge, braucht es schliesslich einige Teile!

Ich wollte, dass der Unterbau des Bahsteigs stabil wird. Schliesslich muss darauf allerlei befestigt werden können. Neben Bahnsteigüberdachung gehören auch Bahnsteigleuchten zu den Teilen, welche stabilen Halt benötigen. Darum habe ich den Unterbau aus 8 mm MDF ausgesägt.

Zuerst wurde aber eine Papierschablone erstellt. Dafür wurden einige A4-Blätter mit Tesa-Film zusammengeklebt und mit einer Reihe Pinwandnadeln festgesteckt. Nun konnte die Kontur mit einem Stift aufgezeichnet werden.

 

Papierschablone

Das Papier für die Papierschablone ist mit Nadeln festgepinnt.

 

 

Die Papierschablone ist ausgeschnitten

Die zurechtgeschnittene Papierschablone.

 

Die Schablone wird mit dem Bastelmesser ausgeschnitten und mit etwas Sprühkleber auf die MDF-Platte geklebt. So kann man bequem den Grundkörper für den Bahnsteig mit der Stichsäge aussägen.

Bahnsteigkörper aus MDF-Platte

Die beiden aus MDF-Paltte ausgesägten Teile des Bahnsteigs.

 

Aufgrund der Länge, musste ich den Bahnsteig aus zwei Teilen anfertigen. Damit sich später der Bahnsteig an der Stosskannte nicht verwerfen kann, sägte ich mit der Stichsäge in beide Teile zwei Schlitze. In diesen verklebte ich zwei Kiefernleistchen mit schnällhertendem Epoxyd-Harz (DEVCON). Damit das Ganze nicht dort festklebt, wo es nicht sollte, wurde die Klebestelle mit einer Lage Frischhaltefolie umwickelt.

Verbindung der beiden Bahnsteigteile

Hier ist die Verbindung während des Aushärtens des Klebers in der "Presse".

 

Verbindungsstelle der beiden Hälften

Nochmals die Verbindungsstelle. Hier schon mit den Verbreiterungsstreifen aus Balsaholz.

 

Der Bahnsteig wurde dann zwischen den Schienen ausgerichtet. Nun bohrte ich einige 2 mm Löcher durch den Bahnsteig in die Grundplatte und steckte Stahlstifte hindurch. So konnte der Bahnsteig immer wieder in der exakten Position aufgelegt werden.

Im nächsten Schritt klebte ich mit Weissleim 5 mm dicke Balsaholzleisten auf. Dies war nötig, weil ich Depp die 4 mm Dicke der Bahnsteigkannten sowohl beim Messen wie auch später beim Aussägen der Teile abgezogen hatte. Frei nach dem Motto: "Jetzt habe ich schon 3 x abgeschnitten, und es ist immer noch zu kurz!"

In den Grundkörper wurden noch Ausschnitte für zwei Signale und die Unterführung gesägt. Für die beiden vorgesehen Absenkungen in der Bahnsteigkante wurde der Grundkörper entsprechend beschliffen.

 

Absenkung in der Bahnsteigkante

Absenkung in der Bahnsteigkante.

 

Bahnsteig mit Verbreiterung aus Balsaholz

Der Bahnsteig mit angeklebten Streifen auf 5 mm dickem Balsaholz.

 

Als nächstes machte ich einige Tests mit Loks und Wagen. Diese zeigten auf, wo die Bahnsteigkante noch zu nah am Gleis war. Dank des Balsaholzstreifens konnte ich das einfach mit abschleifen der betroffenen Stellen korrigieren.

Test mit Personenwagen

Uiiii! Das wird ganz schön eng! Sieht aber gut aus!

 

Br 45 - passt!

Schwere Güterzuglog der Br 45: Passt!

 

bahnsteig_09

Auch die Mallet geht da durch!

 

Br 59: passt!

Auch der Sechskuppler bleibt nicht hängen!

 

Jetzt wurde der Grundkörper mit einigen Schrauben auf der Grundplatte befestigt. Dank der 2 mm Passlöchern fanden Die Schrauben den Weg wie von selber. Die weitere Bau-Idee ist, den Grundkörper zuerst mit dem Boden zu versehen, die Platten auf Kontur zu schleifen um danach die Bahnsteigkanten anzubringen. Deshalb kamen nun die Abgüsse der Spörle-Formen mit der Struktur quadratischer Platten zum Einsatz. Ich hatte immerhin 8 Stück davon auf Lager, aber es reichte natürlich nicht! Darum ist der Bahnsteig noch nicht auf ganzer Länge mit Platten belegt.

 

Erste Spörle-Formen...

Erste Teile aus Spörle-Formen sind verlegt.

 

Ausschntt für Signal

Ein Ausschnitt für das Ausfahrsignal von Gleis 2.

 

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Die zwei letzten vorhandenen Teile kurz vor dem Auflegen auf's Leimbett.

 

 

Sobald ich mehr Teile gegossen habe und der Bau des Bahnsteigs weitergeht, werde ich hier wieder davon berichten.

Nachdem der Grundkörper mit den Abgüssen der Spörle Formen beklebt war, ging es ein Wochenende später weiter mit dem Bau des Bahnsteigs.

Zuerst wurde der Treppenabgang für die Unterführung in die Bahnsteigdecke eingelassen. Dazu bohrte ich einige Löcher, welche ich dann mit dem Bastelmesser und einer Feile vorsichtig erweiterte. Danach musste nur noch die Treppe - auch aus einer Spörle Form - mit Weissleim eingeklebt werden.

Treppe zur Unterführung

Treppenabgang für die Unterführung.


Dann mussten die Kanten passend geschliffen werden. In Anbetracht des extrem feinen Schleifstaubs, der beim Schleifen der Keramik-Guss Teile anfallen würde, musste die Anlage möglichst gut abgedeckt werden. Der Staub ist so fein, dass er wie Pulverfarbe wirkt. Deshalb wurde eine Abdeckfolie aus dem Malerbedarf verwendet. Diese hat auf einer Seite einen Klebstreifen und liess sich so bequem entlang des Grundkörpers befestigen.

Abdeckfolie soll die Anlage schützen
Die Abdeckfolie soll die Anlage schützen.

 

Nun konnte die Schleif-Orgie losgehen! Zuerst waren die kleinen Ausschnitte für die Signale dran. Der Fein Multimaster verrichtet dabei sehr gute Dienste.

Ausschnitte werden angepasst

Bearbeiteter Ausschnit im Bahnsteig für das Ausfahrsignal von Gleis 2

 

Danach kam die Bahnsteigkante dran. Der Fein Multimaster ist wirklich ein feines Gerät. Ich habe ihn schon bei so vielen Gelegenheiten beim Bau der Anlage einsetzen können, so auch hier. Ich hätte noch ein paar Bilder mehr, wo man sieht, was für eine Menge an Schleifstaub anfällt. Aber ich glaube man sieht es auf der nächsten Aufnahme auch schon gut genug.

 

Beischleifen der Bahnsteigkante mit dem Fein Multimaster

Ein "Fein(es) Gerät"...

 

Nach dieser "Sauerei" wurde der Staub mit dem Staubsauger möglichst gut entfernt. Das ist gar nicht so einfach, will doch der Staub kaum in die Düse, der Plastik aber schon!

Danach konnten die Bahnsteigkanten Stück für Stück angepasst und mit Weissleim festgeklebt werden. Den Anfang machten dabei die beiden Absenkungen der Bahnsteigkante, weil deren Position gegeben war. Von da aus arbeitete ich mich Stück für Stück voran.

 

Bahnsteigkanten anpassen und verkleben

Die Haarklammern bewähren sich wieder mal!

 

Parade der Haarklammern

Mann kann nicht genug Haarklammern haben!

 

Um die Gussteile anzupassen braucht man nicht viel. Wichtigstes Utensil war die Feile. Wenn sie sich zusetzt, ist eine Messingbürste das beste Mittel, sie wieder sauber zu bekommen. Ein alter Pinsel tut es bei dem feinen, trockenen Material aber auch. Das Messer wird für das Anritzen der Teile benötigt. So können diese recht exakt gebrochen werden.

 

Werkzeuge und "Materiallager"

Werkzeuge und "Materiallager"

 

Der Baufortschritt ist sichtbar

Der Baufortschritt wird sichtbar...

 

Spalten sind nicht zu 100% vermeidbar.
Spalten sind nicht immer zu 100% vermeidbar. Auf jeden Fall nicht, wenn ich das Zeugs baue! Hier muss später sicher mit etwas Spachtelmasse nachgeholfen werden.

 

Absenkungen werden zugespachtelt
Nun werden die Absenkungen in der Bahnsteigkante zugespachtelt.

 

Geglätteter "Betonbelag"
Geglätteter "Betonbelag"

 

Nach all diesen Abeiten konnte der Abdeck-Plastik entfernt werden. Vorher wurde nochmals Staub gesaugt. Trotzdem ging der "Kampf" gegen den Staub verloren! Durch jedes kleine Loch gelangte der Staub unter die Folie. Auch beim Abziehen der Folie kam eine Menge Staub zum Vorschein und "verzierte" das Schienenumfeld. Obwohl ich den Staub sofort wieder absaugte, wurde ich ihn nicht mehr ganz los! An einigen Stellen muss ich wohl nochmals mit der Air-Brush drüber.

 

Der Kampf gegen den Staub ging verloren!

Der Kampf gegen den Staub ging verloren!

 

Lohn der Mühe!
Der Ausschnitt für das Signal gefällt mir gut.

 

Abstandskontrolle!

Abstandskontrolle! Passt!

 

Rohbau beendet!

Rohbau beendet!

 

Damit ist der Rohbau des Bahnsteigs für's Erste fertig. Natürlich fehlt noch die Farbgebung, eine Überdachung, alle möglichen Details, und, und, und... Aber irgendwann kommt das auch noch! Damit schliesse ich den Bericht über den Bau des Bahnsteigs ab.


Newsflash

Neues Ladenportrait

Unter dem Menüpunkt «Geschäfte» gibt es neu ein kleines Ladenportrait von Anton Furgers Geschäft in Visp. Wer möchte, kann hier den ganzen Artikel lesen: Anton Furger, Visp

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